Rahmenprogramm
Arena: In 8 bis 10 Podiumsgesprächen diskutieren jeweils 4 Persönlichkeiten kontroverse Themen aus der Vorsorge- und Finanzwelt.
Arena 1: Risikominimierung und De-Risiking
«Risikominimierung und De-Risking», diesem Thema widmete sich die 1. Arena- Diskussion an der Fachmesse 2. Säule. Unter der Leitung von Peter Wirth, dem Geschäftsführer des Vorsorgeforums, diskutierten Herbert Brändli (B+B Vorsorge/Profond), Adrian Gröbli (Schweizerischer Versicherungsverband), Andreas Plattner (Institut Straumann) und Peter Zanella (Towers Watson). Zanella plädiert für eine Gesamtschau auf alle Komponenten des Risikos von Vorsorgeeinrichtungen, neben dem Anlagerisiko sind dies Governance und Regulierung. «Es braucht ein Risikobewusstsein». Herbert Brändli hielt dagegen: «Das einzige Risiko ist, Anlageziele langfristig zu verfehlen. Unsere Aufgabe lautet, Renten zu produzieren.» Für Andreas Plattner ist es wichtig, die Risiken und Verpflichtungen zu erkennen und zu benennen. «Erst daraus lassen sich Handlungen und Massnahmen ableiten». Das System der 2. Säule sei eine bewährte Konstruktion mit Risiken umzugehen, fand Andreas Gröbli. «Die Alternativen sind da, um je nach Risikosituation reagieren zu können». Die engagierte Debatte der 1. Arena-Runde zeigte aber auch, wie unterschiedlich die Wahrnehmung von Risiken nach wie vor ist.
Arena 2: Flexibilisierung der Altersrente
«Flexibilisierung der Altersrente» lautete das Thema der Arena 2. In den letzten Jahren wurden gleich zwei Mal Sanierungsmassnahmen bei Pensionskassen aktuell, und sie werden jeweils praktisch ausschliesslich zu Lasten der Aktiven durchgeführt. Das ist unbefriedigend, weshalb auch Othmar Simeon, Leiter Personalvorsorgeberatung bei Swisscanto ein Modell entwickelte, das dazu den Einbezug der Rentner vorsieht. Diesen soll eine fixe Basisrente ausgerichtet werden, ergänzt mit einer Zusatzrente, deren Höhe sich nach der jeweiligen Finanzierungssituation der Kasse richtet. Der Vorschlag fand in der Arena mehrheitlich Zustimmung, allerdings nicht nur. Rita Schiavi, Geschäftsleitungsmitglied der Unia wies den Vorschlag entschieden zurück. Ihr Gegenvorschlag: Ausbau der AHV-Leistungen um 50 Prozent, im Gegenzug Reduktion beim BVG ebenfalls um 50 Prozent. Eine Flexibilisierung der Renteneinkommen sei nicht zumutbar. Christoph Ryter, Geschäftsleiter der Migros-Pensionskasse und Präsident des Schweizerischen Versicherungsverband ASIP, verteidigte das bestehende System, das durch die Vorschläge Schiavi gefährdet würde. Michael Brandenberger, CEO der Complementa Investment-Controlling AG, bestätigte die Vorteile des Vorschlags Simeon, wollte aber das BVG-Obligatorium von der Flexibilisierung ausnehmen.
Arena 3: Nachhaltige Anlagen: die nächste Bubble der Finanzindustrie?
Das Trendthema in der Finanzindustrie der letzten Dekade und bis heute – Nachhaltige Anlagen – bleibt weit oben auf der Agenda von privaten und institutionellen Anlegern. Ob aber der Hype um Sustainability in einer Blase enden könnte, die jäh platzt, das konnten auch die Teilnehmer an der 3. Arena-Diskussion letztlich nicht beantworten. Dominique Biedermann (Ethos), Hans Kaufmann (SVP-Nationalrat), Klaus Tischhauser (responsAbility Social Investments) und Frank-Oliver Jüdt (LGT Capital Management) gingen unter der Leitung von Thomas Hengartner (Finanz und Wirtschaft) der Fragen nach, ob «Nachhaltige Anlagen der nächste Bubble der Finanzindustrie» wird. Ethos-Direktor Biedermann, der zuletzt mit seinen Auftritten bei Schweizer Grossunternehmen im Rampenlicht stand, zeigte sich überzeugt, das der Druck auf Unternehmen zunehme, sich in Bezug auf Governance, Umwelt und Sozialem zu verbessern. Es sei aber auch «Pflicht der Aktionäre, darauf hinzuwirken und Verantwortung zu übernehmen». Hans Kaufmann wies auf die heilende Funktion des Markts hin: «Er ist der beste Förderer dieses Themas», sagte der Politiker und Resarch-Spezialist.
Die Kurzfassungen zu den Arenen 4 - 6 folgen in den nächsten Tagen.
Eventtag 1: Aktive und Rentner - Spannungsfelder und Solidaritäten
Die Generationensolidarität ist eines der zentralen Diskussionsthemen in der beruflichen Vorsorge. Der VPS-Verlag geht in einem Eventtag den wichtigsten Fragen rund um die Rentner im System der 2. Säule nach. Ziel ist ein Grundlagenpapier, in dem die wichtigsten Aspekte des Themas aufgezeigt und einzelne Punkte vertieft werden. Damit wird ein Beitrag zur Versachlichung der Diskussion um den vermeintlichen «Generationenkonflikt» zwischen aktiven Versicherten und Rentnern geleistet.
Eventtag 2: Auswirkungen von Demografie und Krise auf Anlagefragen
Die Alterung der Gesellschaft wirkt sich nicht nur auf die Verpflichtungen einer Pensionskasse auf. Bei den Kapitalanlagen stellt sich die Frage, wo und wie dieser «Megatrend» sich auf die erwarteten Renditen und Risiken auswirkt. Ein zweiter Themenblock geht auf eine Frage ein, die praktisch alle Pensionskassen zurzeit beschäftigt: Wie viel Risiko kann eine Pensionskasse am Kapitalmarkt eingehen? Welche Lehren können aus der Finanzkrise gezogen werden?
Führungswerkstatt
Zum Forschungsprojekt Führungsqualität in der 2. Säule sind am 7. Mai 2009 erste Resultate vorgestellt worden. Die Arbeiten werden fortgesetzt, damit auf die Messe 2010 hin ein Führungsdrehbuch für Pensionskassenverantwortliche präsentiert werden kann. An zwei Nachmittagen werden in Führungswerkstätten die Ergebnisse des Projekts dargelegt und die praktische Umsetzung in den Vorsorgeeinrichtungen mit Stiftungsräten und Geschäftsführern diskutiert.
Im Rahmen der Jubiläumsanlässen - 25 Jahre BVG - finden in Luzern und Basel zu diesem Thema weitere Tagungen statt. Mehr dazu finden Sie der «Schweizer Personalvorsorge» oder unter www.schweizerpersonalvorsorge.ch.
Vorsorge Update: Das Vorsorge update ist eine Plattform mit Weiterbildungscharakter, auf welcher aktuelle Themen aus dem Bereich berufliche Vorsorge präsentiert werden.
Kommunikation - In guten wie in schlechten Zeiten
Maria Gumann, Avadis Vorsorge AG, Leiterin PK-Management
Pensionskassenführung
Dr. Markus Moser, Novartis, Geschäftsführer der Pensionskasse Novartis Basel
Investment - aktuelle Erkenntnisse und Trends
Christina Böck, AXA Investment Managers Schweiz AG, Head of Investment Solutions Switzerland
Neues aus der Rechtsprechung
Laurence Uttinger, Rechtsanwältin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Zürich
Messeapéro mit Yves Rossier, Direktor Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV)
Im Gebiet der 2. Säule erleben wir laut Yves Rossier, Direktor des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) eine starke Individualisierung. «Es ist mein Geld und ich möchte bis zum letzten Rappen wissen, was damit passiert». Dies sei der Zeitgeist der heutigen Vorsorge und führe zu mehr Regulierung. Rossier ist überzeugt, dass die Bevölkerung die «grossen wichtigen Dinge der 2. Säule» versteht. Man brauche dafür kein Experte zu sein. Das BSV habe nun mit der Strukturreform alle Hände voll zu tun.








